Hebräische Handschriften und Fragmente in österreichischen Bibliotheken

Seitenstetten, Benediktinerstift, Cod. 195, fol. I
Bibel − Propheten
(Ir) re. Sp.: Jer 21,9-13; mi. Sp.: Jer 22,3-6; li. Sp.: Jer 22,10-13
(Iv) re. Sp.: Jer 22,18-22; mi. Sp.: Jer 22,26-30; li. Sp.: Jer 23,3-7

Vokalisierung, Kantillationszeichen, Masora magna und parva

Datierung:
Schrift:


Addenda / Corrigenda ? − Please contact Dr. Martha Keil, St. Pölten/Wien (e-mail: martha.keil@injoest.ac.at)
Almut Laufer, Jerusalem  
Bilder:
Seitenstetten, Benediktinerstift, Cod. 195, fol. I:   Ir  −  Iv

Fragment(e):
Vorsatzblatt I: Format ca. 295x237 (einschließlich des um die erste Lage geführten Falzes). Das Fragment um 90° gedreht, mit der Blatt-Oberkante beim vorderen Schnitt eingebunden. Schriftraum von Ir ca. 210 breit und 180 hoch, zwei Kolumnen (hebr. b und c) mit vollständiger Breite von 60, eine Kolumne (hebr. a) unvollständig mit 45 Breite erhalten, Interkolumnium 25, 20 Zeilen erhalten, Zeilenhöhe 9. Zwischen der Spalte hebr. c und dem Blattrand ein ca. 85 mm breiter seitlicher Freirand. Schriftraum von Iv und dessen Aufteilung mit der von Ir identisch, hier allerdings die Spalten a und b vollständig der Breite nach erhalten, Spalte c nur zum Teil.
Stiftlinierung auf Ir und Iv gleich: Obere Horizontallinie der Kolumnenbegrenzung durchgezogen. Vertikalbegrenzung der Kolumnen: Zu Zeilenbeginn einfache Linien, am Zeilenende eine fast 7 mm breite Doppellinie. Zeilenlinien über die Interkolumnien hinweg durchgezogen. Über den den Kolumnen in einem Abstand von 28 mm eine drei durchlaufende Linien, Zeilenabstand ca. 5, beide Zeilen in kleiner Schrift geschrieben. Auf dem erhaltenen äu?eren Freirand (beim oberen Schnitt des Buchblockes) längliche Einstichlöcher für die Zeilenlinierung der Kolumnen.
Lackner 1992  

Seitenstetten, Benediktinerstift, Cod. 195
Datierungsansatz, Besitzer auf 130vb: Expliciunt sermones de sanctis reverendi magistri Nicolai de Dinchelspuchel compilati in alma universitate Wiennsi (!) comparati per Iohannem Hofmulner de Weytra. Auf Grund der Wasserzeichen (Waage und Dreiberg) ist die Handschrift etwa um die Mitte des 15.Jh. bzw. bald danach anzusetzten, Entstehungsort Wien. In der linken oberen Ecke von Ir Tintensignatur der 2. Hälfte des 15. Jh. 15 (wie bei allen Hofmulner-Handschriften).

Einband: Rotes Leder mit Streicheisenlinien über Holz; Niederösterreich, Mitte (?) 15. Jh. VD und HD gleich: Mittelfeld von doppelten Blindlinien gerahmt und mit Raute aus blinden Doppellinien und dreifachen Diagonallinien unterteilt. Buckelbeschläge teilweise erhalten. Leder des Rückens beim Übergang zum VD gerissen. Auf VD Titelschildchen S. d. s. M. Nicol. dinchl (= Sermones de sanctis magistri Nicolai de Dinkelsbühl).

Lackner 1992