Hebräische Handschriften und Fragmente in österreichischen Bibliotheken

Sankt Pölten, Diözesanbibliothek, Cod. 95, Fragm. 1
Sankt Pölten, Diözesanbibliothek, Cod. 95, Fragm. 2
Bibel − Propheten
Jes 60,18-20; 61,1(?)-2, 4-7, 9-11; Jer 1,9-16; 1,18(?)-2,6

(Fragm. 2 recto) Jes 60,18-20; 61,1(?)-2; (Fragm. 2 verso) Jes 61,4-7; 9-11
(Fragm. 1 recto) Jer 1,9-13; 14-16; (Fragm. 1 verso) Jer 1,18(?)-2,2; 2,3-6

Datierung:
Schrift: aschkenasische Quadratschrift


Addenda / Corrigenda ? − Please contact Dr. Martha Keil, St. Pölten/Wien (e-mail: martha.keil@injoest.ac.at)
Almut Laufer, Jerusalem  
Bilder:
Sankt Pölten, Diözesanbibliothek, Cod. 95, Fragm. 1:   Fragm. 1 recto  −  Fragm. 1 verso
Sankt Pölten, Diözesanbibliothek, Cod. 95, Fragm. 2:   Fragm. 2 recto  −  Fragm. 2 verso

Fragment(e):
Zwei zusammengehörige, beidseitig beschriebene, bei der Einbandrestaurierung abgelöste Pergamentspiegelblätter, jetzt lose verwahrt. In beiden Fragmenten Löcher zum Durchziehen der Bünde eingeschnitten. Blätter ohne Blattzählung, in der Folge mit Bl. I und Bl. II bezeichnet.

Bl. I: ca. 235x180; im Gegensatz zu Bl. II noch ein zusätzlich trapezförmig zulaufender, ursprünglich um den Rücken geführter Ansatz vorhanden. Schriftraum: Höhe des Schriftraums = Fragmenthöhe, Breite ca. 135, 2 Spalten, Spaltenbreite ca. 50/55, Interkolumnium 20, Zeilenhöhe ca. 12, auf beiden Seiten des Fragmentes 19 vollständig erhaltenene Zeilen, eine weitere Zeile etwa zur Hälfte erhalten. Art der Linierung nicht mehr feststellbar.

Bl. II: ca. 145x180. Schriftspiegelhöhe = Fragmenthöhe, 12 Zeilen erhalten, übrige Maße wie bei Bl. I.

Lackner 1994  

Sankt Pölten, Diözesanbibliothek, Cod. 95
Handschrift: Österreich (?), 14. Jh.

Inhalt: Aldobrandinus de Tuscanella O.P.: Sermones. Petrus de Padua O.M.: Sermones.

Besitzvermerke fehlen. Auf Grund der nachfolgenden, bei verschiedenen Sermones auf dem Freirand angebrachten Vermerke, in welchen Orten die nebenstehenden Sermones als Vorlagen (?) für die Predigt herangezogen wurden, überhaupt fraglich, ob die die Handschrift dem spätmittelalterlichen St. Pöltener Bibliotheksbestand zugeordnet werden kann. An Orten genannt: (4r), (30v), (126v), (164v), (181r), (203v), (256v), (298v) und (304r) in Iudenburga; (188v), (203v) in La; (209r) in Waidhoven; (214r) in Waidhoven et in Poelan; (250r) in Wienna predicavi; (265r) in Petovia predicavi; (315r) in Siverin (?).

Einband: Bei der Restaurierung (vor 1978) angefertigter neuer roter Ledereinband mit Streicheisenlinien und nachgemachten Stempeln. Spuren der Kettenbefestigung des alten Einbandes erkennbar. Keine Hinweise über Alter und Gestaltung des bei der Restaurierung entfernten alten Einbandes erhalten.

Eine sinnvolle Aussage über den Zeitpunkt bzw. Zeitraum der Vereinigung der beiden hebräischen Fragmente mit dem Buchblock nicht möglich.

Lackner 1994