Hebräische Handschriften und Fragmente in österreichischen Bibliotheken

Wien, Schottenstift (Benediktiner), Cod. 59 (Hübl 54), VDS, fol. 1
Seliḥot
Traktat "Bava qamma"
Textstelle(n):
אז קשתי וחרבי איוני לא מרובי (Shlomo ha-qatan)
אשמרה אליך עזי אלם לפני גוזי (Rabbenu Tam)

Identifizierung durch: IMHM, Laufer


Datierung: 14.-15. Jh. (IMHM)
Schrift: aschkenasische Quadratschrift
Literatur: Davidson I, 102:2173, 367:8121; Goldschmidt, Yom Kippur 701ff.


Addenda / Corrigenda ? − Please contact Dr. Martha Keil, St. Pölten/Wien (e-mail: martha.keil@injoest.ac.at)
Institute of Microfilmed Hebrew Manuscripts (IMHM, Jerusalem), Almut Laufer  
Bilder:
Wien, Schottenstift (Benediktiner), Cod. 59 (Hübl 54), VDS, fol. 1:   VDS+1r  −  1v

Fragment(e):
VD-Spiegel + Bl. 1: Gestürzt eingebundenes Doppelblatt aus einer hebräischen Pergamenthandschrift. Breite des Doppelblattes ca. 297, Höhe ca. 202. Das Blatt an den Seiten des vertikalen Buchschnittes stärker, jedoch ohne Textverlust beschnitten.

Schriftraum: Höhe 155, Breite ca. 122, 21 Zeilen, Zeilenhöhe ca. 7/8. Abstand zwischen den beiden Schriftspiegeln 55. Stark verblaßte Stiftlinierung, einfache vertikale Begrenzungslinien des Schriftraumes bis zum Blattrand gezogen. Einstichlöcher für die Linierung an der beim Falz gelegenen Vertikalseite des Schriftspiegels erhalten.

In der Mitte von 1v ca. 75/80 hoher über die Blattbreite reichender, mit lateinischen Gebeten beschrifteter Pergamentstreifen über den hebräischen Text geklebt (erstes Viertel 15. Jh.). - Auf 1r von einer Hand, ca. Mitte 15. Jh., der lateinische Vermerk: De sancto Gergorio (!?) Benedicto sancto Spiritu quere oraciones.

Hebräische Fälze zwischen Bl. 18/19, 30/31, 42/43, 54/55, 64/65 und 88/89.

Lackner 1996  

Wien, Schottenstift (Benediktiner), Cod. 59 (Hübl 54)
Handschrift: Erstes Viertel 15. Jh.

Einband: Abgewetztes braunes Leder mit Streicheisenlinien-Verzierung über Pappe, 15. Jh. (?).

Über den Zeitpunkt der Vereinigung der hebräischen Fragmente mit der Handschrift ist keine präzisere Angabe möglich. Wegen der lateinischen Eintragung auf 1r muß das Fragment spätestens um diese Zeit bereits als Makulatur verwendet worden sein. Der Pergamentstreifen auf 1v spielt für die Datierung keine Rolle, weil er vermutlich erst bei der Bindung des Codex aufgeklebt wurde.

Besitzvermerk des Schottenstiftes des 15. Jh.: (40r) Iste liber est monasterii beate Marie virginis wlgariter Scotorum Wienne Pataviensis diocesis. - Besitzvermerk des 18. Jh.: (2r) Monasterii D. Virginis ad Scotos Viennae.

Lackner 1996