Hebräische Handschriften und Fragmente in österreichischen Bibliotheken

Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M II 325, fol. I
Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M II 325, fol. II*
Bibel − Propheten
Laut Schwarz mit den Einbandfragmenten in Wien ÖNB, Cod. 4361, 4819, 4045 und einem (bisher nicht bekannten) Fragment aus Klosterneuburg zusammengehörig (Schwarz I, 244, Nr. 1).

Textstelle(n): Hos 4,1-13,2

(Ir) Hos 8,10-12,6. Abklatsch von Ir auf dem Vorderdeckelspiegel.
(Iv) Hos 4,1-7,14. Falz: Prov 31,4; Rut 1,12; 2,4
(II*r) Hos 9,6-13,2
(II*v) Hos 4,8-8,10. Abklatsch von I*v auf dem Hinterdeckelspiegel.

Anmerkungen: vokalisiert und akzentuiert

Datierung: 14. Jh.
Schrift: aschkenasische Quadratschrift


Addenda / Corrigenda ? − Please contact Dr. Martha Keil, St. Pölten/Wien (e-mail: martha.keil@injoest.ac.at)
Institute of Microfilmed Hebrew Manuscripts (IMHM, Jerusalem)  
Bilder:
Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M II 325, fol. I:   Abklatsch von Ir auf VDS  −  Ir  −  Iv
Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M II 325, fol. II*:   II*v  −  II*r  −  Abklatsch von II*v auf HDS

Fragment(e):
Beidseitig beschrieben, beschnitten, vom VD- bwz. HD-Spiegel abgelöst, darauf noch der jeweilige Abklatsch. Auf beide Blätter ist ein Falz aufgenäht (I: 85 breit; II*: 45/60 breit). Auf dem I-Falz vier Zeilen, zu den anderen Fragmenten gehörig. Um 90° gedreht, Maße: 215 × 290. Schriftraum (I: unten und an einer Längsseite beschnitten; II*: bis auf eine Längsseite überall beschnitten): (I) 140 × 265; (II*) 213 × 262. 4 Spalten, Spaltenbreite: 52, Interkolumnium: 20/24. Erhaltene Zeilenzahl: (I) 20; (II*) 30. Zeilenabstand: 7. Tintenfarbe: schwarz. Keine Linierung sichtbar.

Keine beschriebenen Fälze im Trägerband.

Lit.: A. Z. Schwarz, Die Hebräischen Handschriften der Nationalbibliothek in Wien (Museion. Abhandlungen 2). Wien 1925, 244, Nr. 1.
Weder bei Roth, Salzburg noch bei Schwarz/Loewinger/Roth genannt.

Glassner 1995  

Salzburg, Universitätsbibliothek, Cod. M II 325
Handschrift:
Papier; I, 386, II* Bl.; 292 × 220; Sammelhandschrift. Wien (?), Mitte 15. Jh.
(1+I*) Lat. Fragm. einer Rechtshandschrift (13. Jh).

Inhalt:
Iohannes Guallensis. – Iohannes Calderinus. – Bartholomaeus Brixiensis.

Einband:
Rot gefärbtes Ziegenleder über Holz. Wien (?), Mitte 15. Jh. – Zwei Riemenschließen (Schließen und Riemen verloren). – Rücken: drei geschlitzte Doppelbünde, Kapital mit Spagat umstochen. – Am oberen Schnitt kurze Inhaltsangabe des Codex.

Geschichte:
Vorbesitzer: Bernhard von Kraiburg, Bischof von Chiemsee (Wappen und Wappendevise ONOVS auf 4r). Später der Bibliothek der Chiemseer Bischöfe zugehörig (Bibliotheksschild B.Ch. und Signatur 22 im dritten bzw. letzten Rückenfeld), die 1853 der Salzburger Studienbibliothek einverleibt wurde. Alte Signatur der Studienbibliothek: V.4.F.132 (6).

Literatur:
E. Frisch, Autoren-Katalog der Handschriften der Studienbibliothek Salzburg. 5 Bde. mit einer Konkordanz und einer Systematik [Xerokopie des handschriftlichen Zettelkatalogs]. Salzburg [1946], unter 'Ascetica'. – P. Ruf, Eine altbayerische Gelehrtenbibliothek des 15. Jahrhunderts und ihr Stifter Bernhard von Kraiburg, in: Festschrift Eugen Stollreither zum 75. Geburtstag gewidmet. Hrsg. von Fritz Redenbacher. Erlangen 1950, 219–239, hier 234. – Alois Madre: Nikolaus von Dinkelsbühl. Leben und Schriften. Ein Beitrag zur theologischen Literaturgeschichte (Beiträge zur Geschichte der Philosophie und Theologie im Mittelalter 40,4). Münster 1965, passim.
Vgl. auch Universitätsbibliothek Salzburg, Handschriftenkatalog online.

Glassner 1995