KATALOGISIERUNG DER ILLUMINERTEN HANDSCHRIFTEN: OSTMITTELEUROPA
Zur Geschichte der Katalogisierungsprojekte I in Bearbeitung I abgeschlossen I Publikationen online




Veranstaltungshinweis:

A PASSION FOR BOHEMIA
ÜBER DIE LIEBE EUROPAS ZUM BÖHMISCHEN STIL

Ein Gespräch mit renommierten Kunst- und MusikhistorikerInnen
aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Italien, Deutschland
und Österreich über die Entstehung, Verbreitung und Transformation des "böhmischen Stils" im 14./15. Jahrhundert.

1. März 2012
ÖAW Hauptgebäude, Sitzungssaal, 1. Stock
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien

Beginn: 18.00

Einladung [pdf]



Prag, um 1410. Handschrift durchlättern:
Luzern, Zentral- und Hochschulbibliothek, P 19 fol.


Die schönen Künste erlebten im Prag der Zeit Kaiser Karls IV. (1316–1378) und König Wenzels IV. (1361–1419) einen glanzvollen Höhepunkt: Das pulsierende wirtschaftliche Zentrum, zugleich Residenzstadt der böhmischen Könige, Sitz des Erzbischofs und Universitätsstadt, zog damals zahlreiche Künstler aus aller Herren Länder an. Hier standen neben französischen, italienischen und süddeutschen Baumeistern, Bildhauern und Goldschmieden auch namhafte Maler unterschiedlichster Herkunft in kaiserlichen Diensten, um die alte Premyslidenstadt an der Moldau zum glanzvollen „Caput Regni“, zum berühmten Goldenen Prag, neu erstehen zu lassen.
Prag, um 1400 bereits die drittgrößte Stadt Europas, hatte internationales Flair und zählte im Jahrhundert vor Gutenberg neben Paris und Bologna auch auf dem Gebiet der Buchkunst zu den wichtigsten Zentren. Begünstigt durch die Verbreitung des transportablen Mediums Buch konnten neue künstlerische Impulse schnell weitergegeben bzw. aufgenommen werden. So findet man „Böhmisches“ bald auch in entfernteren Regionen, in England und Schweden, in Frankreich und Italien.
Als zur Zeit der Hussitenkriege (1419–1434) viele Künstler in benachbarte Regionen – nach Mähren, Österreich und Deutschland – auswanderten, trug die trotz politischer Umbrüche ungebrochene Faszination am „Böhmischen Stil“ zur weiteren künstlerischen Entwicklung Mitteleuropas wesentlich bei. …

siehe auch: Schätze der Vergangenheit



PROGRAMM

Musikalische Einstimmung und Begleitung:
Eberhard Kummer an historischen Instrumenten

Hugo von Montfort (ca. 1400): Ich frow mich gen des abentz kunft
Mönch von Salzburg (ca. 1392): Untarnslaf

Gesprächsrunde zum Thema (mit Bildmaterial, in englischer Sprache)

Anna Boreczky (Budapest, Nationalbibliothek / HU)
Francesca Manzari (Rom, La Sapienza / I)
Milada Studnicková (Prag, Tschechische Akademie der Wissenschaften / CZ)
Susanne Rischpler (Würzburg, Universität Wien D/A)
Eva Veselovská (Bratislava, Institut für Musikwissenschaft der Slowakischen Akademie der Wissenschaften / SK)
Marius Winzeler (Zittau, Städtische Museen / D)

Oswald von Wolkenstein (ca. 1422): Es nahet gen der vasenaht
Neidhart von Reuental (ca. 1230, mit Melodie 1460 überliefert): Willekommen maienschin

Präsentation des neuen Bandes aus der Reihe
Codices Manuscripti, Supplementband 6.
Tagungsband zum internationalen Workshop
Inspiration-Rezeption. Böhmische Buchmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts
(Universität Wien, Institut für Kunstgeschichte & ÖAW 2009).

Moderation: Dr. Maria Theisen / Mag. Kristina Klebel
(Projekt-Team Mitteleuropäische Schulen VII)






Diese Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum, dem Institut für Kunstgeschichte und dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien statt.
Wir danken unseren Sponsoren:Tschechisches Zentrum, IfÖG, FWF und Verlag Brüder Hollinek.


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