Vgl. Franz Lackner, unter Mitarbeit von Alois Haidinger: Katalog der Streubestände in Wien und Niederösterreich, Teil 1: Nichtarchivalische mittelalterliche Handschriften und Fragmente in Korneuburg, Mistelbach, Retz, St. Pölten, Tulln, Waidhofen an der Thaya, Weitra, Wien, Wiener Neustadt und aus Privatbesitz (= Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters, Reihe II, Bd. 5/1). (Beigabe CD-ROM). Wien 2000.
   Beschreibung des Inhalts der CD-ROM.
Inhalt des Katalogs:

Der Katalog der Streubestände in Wien und Niederösterreich, Teil I enthält Vollbeschreibungen von 133 nichtarchivalischen mittelalterlichen Handschriften und Fragmenten aus dem Zeitraum vom 9. bis zum 16. Jahrhundert, die heute in 23 verschiedenen - mit wenigen Ausnahmen kleinen - öffentlichen, kirchlichen und privaten Sammlungen in Wien und Niederösterreich verwahrt werden.

Das vornehmliche Ziel des Kataloges bildete die Erschließung dieser bisher nur wenig bekannten Sammlungen, zu denen oft nur Handschriftliche und vielfach mangelhafte oder überhaupt keine Inventare vorhanden sind. Bei der Auswahl der zu beschreibenden Codices aus den großen Handschriftensammlungen des Niederösterreichischen Landesarchivs und des Zentralarchivs des Deutschen Ordens für die Katalogisierung wurden enge Grenzen gezogen: Die archivalischen Manuskripte, die den Großteil dieser Sammlungen bilden, wurden von Anfang an ausgeschieden; berücksichtigt wurden nur Codices mit theologischen, historiographischen, sonstigen literarischen und liturgischen Texten des Mittelalters. Die frühneuzeitlichen Stammbücher, historischen und genealogischen Kollektaneen und sonstige Texte und Textsammlungen (wie mittelalterliche und neuzeitliche Regel- und Statutenhandschriften) dieser beiden genannten Fonds wurden (von wenigen Ausnahmen bei Handschriften des Zentralarchivs des Deutschen Ordens abgesehen) nicht berücksichtigt.

Der überwiegende Teil der katalogisierten Codices überliefert "naturgemäß" lateinische Texte, nicht unbedeutend ist der Anteil der deutschsprachigen Handschriften (hauptsächlich mit historiographischen und juristischen Texten) und Fragmente (aus dem Bereich der mittelhochdeutschen Epik); zuletzt verdienen auch noch zwei niederländische Handschriften Erwähnung.

Eine Reihe von kleinen Wiener Handschriftenfonds konnte im Rahmen dieses Katalogs aus Platzgründen nicht berücksichtigt werden: Die mittelalterlichen Handschriften der Bibliothek des Museums für angewandte Kunst, zu denen bereits Vorarbeiten existieren; die in den verschiedenen Abteilungen des Kunsthistorischen Museums verwahrten Codices, darunter die umfangreichere Sammlung von Handschriften der sogenannten "Maximilianischen Bibliothek" des Joseph Kraußhaar in der Bibliothek des Museums; die nichtarchivalischen und nichtdiplomatischen Handschriften der Bibliothek des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung; die mittelalterlichen Handschriften der Bibliothek der Gesellschaft der Musikfreunde; die nur mehr wenigen erhaltenen Codices der Bibliothek des Minoritenkonventes in der Alserstraße und des Kapuzinerklosters auf dem Neuen Markt. Für die Handschriften der Bibliothek des Theresianums, unter denen sich solche aus den aufgehobenen Klöstern der Dominikaner in Krems und der Karmeliten in Wien befinden, müßte ein eigener Band vorgesehen werden. Leider läßt sich die Frage, ob und wann die zuvor genannten kleinen Bestände katalogisiert werden sollen, derzeit nicht beantworten.

Verzeichnis der katalogisierten Sammlungen:
Mittelalterliche und frühneuzeitliche Einbände:
   Abbildungen der Stempel und Rollen auf mittelalterlichen bzw. frühneuzeitlichen Einbänden
Liturgische Texte:
   Abschriften von Kalendarien, Sanktorale-Festen und Gebeten aus Handschriften der "Streubestände"
Franz Lackner − Wien, 2000-06-13