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Die Gesamtzahl der Handschriftenfragmente der Stiftsbibliothek Klosterneuburg kann auf etwa 1300 Stück geschätzt werden. Sie finden sich als Spiegel- oder Schutzblätter in Handschriften der Bibliothek und des Archivs, in Inkunabeln und frühen Drucken sowie in einer rund 400 Stück umfassenden Loseblattsammlung. Im Rahmen der seit 1974 laufenden Katalogisierung des Klosterneuburger Handschriftenbestandes durch die Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden bei der Beschreibung der noch im Verband von Handschriften befindlichen Fragmente (allein den Codices der ersten Centurie sind rund 50 Fragmente aus insgesamt über zwei Dutzend verschollenen Handschriften beigebunden) alle dazugehörenden Fragmente mitbeschrieben. Eine erste Liste der Fragmente der Stiftsbibliothek und der Loseblattsammlung wurde in den siebziger Jahren durch Alois Haidinger angelegt und der Stiftsbibliothek als Computerausdruck zur Verfügung gestellt; in den darauffolgenden Jahren wurden von einem großten Teil der Fragmente von den Bearbeitern des Klosterneuburger Handschriftenbestandes (Alois Haidinger, Franz Lackner) Arbeitsphotos angefertigt. Im Sommer 1993 wurde schließlich von den Genannten der gesamte Archivbestand nach Fragmenten durchsucht, die Fragmente listenmäßig erfaßt und photographiert. Die Fragmente in den Inkunabeln und Früdrucken der Stiftsbibliothek sind hingegen bislang nur auf Karteikarten erfaßt. Wenn die erstellten Listen trotz ihrer großen Lückenhaftigkeit trotztdem an dieser Stelle innerhalb der nächsten Monate zur Verfügung gestellt werden sollen, dann deshalb, weil einerseits an eine Katalogisierung der Fragmente im Rahmen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters auch mittelfristig nicht zu denken ist, und weil andererseits die eine oder andere Angabe doch dazu geeignet ist, das Interesse eines Forschers auf ein bestimmtes Fragment oder die Sammlung als Ganzes zu ziehen. Wünschenswert wäre es, Abbildungen aller Fragmente online und/oder auf CD Interessenten zur Verfügung stehen (auch deshalb, weil sich vor allem Fragmente "verlaufen"). Ein solches Vorhaben wäre mit vertretbarem Aufwand zu realisieren: Da der überwiegende Teil der Klosterneuburger Fragmente keinen nennenswerten Buchschmuck zeigt, würde die Anfertigung von Schwarz-weiß-Negativen als Vorlage für Photo-CD-Bilder ausreichen. Diese können von einer Reihe von Bildbearbeitungsprogrammen in einem einzigen Druchgang in das für das Internet erforderliche jpg-Format umgewandelt werden. Die Anfertigung von Farbaufnahmen und eine individuelle Nachbearbeitung einzelner Bilder sollten nur in Ausnahmefällen erfolgen. Wie eine solche online-Sammlung von Fragmenten aussehen könnte, soll an einigen Beispielen demonstriert werden: Dafür wurden die ältesten sowie einige kunsthistorisch interessante Fragmente ausgewählt. Ob das skiziierte Vorhaben in die Tat umgesetzt werden wird, wird nicht zuletzt von den Reaktionen Fachkundiger abhängen. |
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Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters
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25. August 1999 Alois Haidinger |