Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters
Partner
Slovenska akademija znanosti in umetnosti
(Slowenische Akademie der Wissenschaften und Künste)
Das Projekt
Mittelalterliche Handschriften in lateinischer Schrift in und aus Slowenien wird seit 1995 durch das wissenschaftliche Austauschprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der
Slovenska akademija znanosti in umetnosti (Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste) ermöglicht. Im Rahmen dieses Projektes erfolgt die Zusammenarbeit mit der Univerza v Ljubljani, Filozofska fakulteta, Oddelek za umetnostno zgodovino (Universität Ljubljana, Philosophische Fakultät, Abteilung für Kunstgeschichte).
Das Hauptinteresse seitens der KSBM besteht in einer Ergänzung des 1931 erschienenen Katalogs der mittelalterlichen Handschriften Sloweniens (in lateinischer Schrift) von Milko Kos und Francé Stelè. Dabei wird nicht nach dem numerus currens der Signaturen vorgegangen, sondern es werden vorrangig solche Manuskripte inhaltlich neu beschrieben, wo bereits auf Grund der Katalogbeschreibung ersichtlich ist, daß diese ergänzungs- bzw. korrekturbedürftig sind. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk auf den Handschriften der National- und Universitätsbibliothek Ljubljana und des vorwiegend aus dem Pfarrarchiv Kranj (Krainburg) stammenden Handschriftenbestandes des Erzbischöflichen Archivs in Ljubljana. Für die Zukunft ist auch daran gedacht, die aus Lavant stammenden Handschriften des Bischöflichen Archivs in Maribor in derselben Form zu bearbeiten. Die Handschriftenbeschreibungen werden laufend auf der Website der KSBM in Form von PDF-Dateien veröffentlicht.
Das Hauptinteresse des slowenischen Partners lag bisher an der Erfassung und Erschließung der Handschriften der unter Kaiser Josef II. aufgehobenen Kartause Zice (Seitz), die zum geringeren Teil in die Österreichische Nationalbibliothek in Wien, zum Großteil aber in die Universitätsbibliothek Graz gelangt sind. Als ein erstes Ergebnis dieser Erfassung kann die höchst erfolgreiche Ausstellung von Seitzer Handschriften vom 16. November 2006 bis 21. Januar 2007 in der Nationalgalerie in Ljubljana angesehen werden, in deren Rahmen 29 Handschriften und Inkunabeln aus dem heute über ganz Europa verstreuten Bibliotheksbestand dieser Kartause gezeigt wurden. Ein gedruckter Katalog zu dieser Ausstellung liegt vor.
Hauptstaatsarchiv Stuttgart
Die Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters arbeitet bei der wissenschaftlichen Erschließung der Wasserzeichen in mittelalterlichen Handschriften und Archivalien seit 2001 mit dem Hauptstaatsarchiv Stuttgart, dem Besitzer der weltweit größten Online-Wasserzeichensammlung eng zusammen (vgl.
Aktennotiz vom 27. Juli 2001. Hauptziele dieser Kooperation sind die Vereinheitlichung der verwendeten Terminologie zur Bezeichnung der Wasserzeichenmotive und die weitgehende Verlinkung der beiden einander ergänzenden Online-Sammlungen in Stuttgart (
"Wasserzeichenkartei Piccard") und Wien (
"WZMA — Wasserzeichen des Mittelalters"). Wesentlich intensiviert wurde die Kooperation im Rahmen des DFG-Projektes
"Piccard-Online − Digitale Publikation der Wasserzeichensammlung Piccard im Hauptstaatsarchiv Stuttgart" (2003-2006); aus Anlaß des erfolgreichen Abschlusses des Projektes wurde vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters die Ausstellung
"Ochsenkopf und Meerjungfrau" (Stuttgart, Hauptstaatsarchiv, 14.12.2006 - 2.02.2007; Wien, Museum des Schottenstifts, 21.3.2007 - 9.6.2007) organisiert. Stuttgart und Wien arbeiteten auch im Rahmen des von der EU geförderten Wasserzeichenprojektes
Bernstein (2006-2008) eng zusammen; unter anderem wurde dabei die Erstellung einer neuen Wasserzeichensystematik in Angriff genommen.
Österreichische Nationalbibliothek (Wien), Handschriften-, Autographen- und Nachlass-Sammlung
Ende 2005 wurde mit der
Handschriften-, Autographen- und Nachlass-Sammlung der Österreichischen Nationalbibliothek eine Vereinbarung über eine enge Kooperation bei der Digitalisierung nicht mehr urheberrechtlich geschützter österreichischer Handschriftenkataloge getroffen. Ab der ersten Jahreshälfte 2006 wurden die wichtigsten Handschriftenverzeichnisse der Österreichischen Nationalbibliothek
in ähnlicher Weise wie dies an der KSBM bereits mit dem handschriftlichen
Katalog von Pfeiffer und Černík verwirklicht worden ist und für alle nicht mehr urheberrechtlich geschützten Kataloge österreichischer Klosterbibliotheken geplant ist, im Internet präsentiert werden. Die Österreichische Nationalbibliothek stellt die auf ihre Kosten angefertigten Scans der KSBM zur Verfügung; die Software zur Navigation in den Katalogen und zur Verknüpfung mit Handschriftenbeschreibungen wird an der KSBM entwickelt. Seit 2007 ist die Österreichische Nationalbibliothek Partner im Projekt
manuscripta.at - Mittelalterliche Handschriften in österreichischen Bibliotheken.
Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten
Im Rahmen des Projektes
"Hebräische Handschriften und Fragmente in österreichischen Bibliotheken" sollen alle mittelalterlichen hebräischen Handschriftenfragmente in österreichischen Bibliotheken außerhalb der Österreichischen Nationalbibliothek erfaßt, wissenschaftlich beschrieben und photographiert werden. Die seit 1991 angelegten Beschreibungen und Photographien wurden erstmals 2007 über die WWW-Site der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters zur Verfügung gestellt. Die kodikologischen Beschreibungen der Fragmente und ihrer Trägerhandschriften bzw. -drucke sowie die Aufbereitung der Daten für das Internet werden von der Kommission für Schrift- und Buchwesen geleistet, während für die inhaltliche Beschreibung der Fragmente das
Institut für jüdische Geschichte Österreichs verantwortlich zeichnet.
Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (ULBT)
Universitäts- und Landesbibliothek Tirol (Innsbruck) ist neben der Österreichischen Nationalbibliothek Partner im Projekt
manuscripta.at - Mittelalterliche Handschriften in österreichischen Bibliotheken. Autoren, Werke und Initien der Handschriften der ULBT werden bereits während der Laufzeit der an der ULBT durchgeführten Katalogisierungsprojekte in die Datenbank manuscripta.at eingegeben. An der ULBT angefertigt Aufnahmen von Manuskriptseiten werden der KSBM zur Verfügung gestellt und laufend mit den entsprechenden Signaturen in manuscripta.at verlinkt.